Blick vom Löbdergraben Richtung Holzmarkt. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Aktuelles-Meldung vom 08.10.2014

Die Lehren der Friedlichen Revolution

Das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) an der Universität Jena lädt für Donnerstag, 16. Oktober, ab 9 Uhr zu einem ganztägigen öffentlichen Kolloquium unter dem Titel „Leben ohne Freiheit - Jürgen Fuchs und die DDR - Welche Lehre?“ ein. Anlass ist das Jubiläum 25 Jahre Friedliche Revolution, das in diesem Jahr begangen wird.

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Zentrales Thema dieses Kolloquiums ist der Ausspruch von Jürgen Fuchs „Ich schweige nicht“, anhand dessen die Beschränkung der Freiheit von Kunst und Wissenschaft in Diktaturen diskutiert werden soll. Insbesondere geht es hier um Künstler und Wissenschaftler, die sich trotz drohender Repressalien nicht dem jeweiligen Regime angepasst haben. Die Veranstaltung wird sich aber nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern auch die Frage aufwerfen, wie frei Kunst und Wissenschaft hier und heute sind. Künstler und Wissenschaftler in Diktaturen am Beispiel Jürgen Fuchs und der Fall der Mauer Das Kolloquium beginnt 9 Uhr in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Fürsten- graben 1) mit dem Panel 1: „Künstler und Wissenschaftler in Diktaturen am Beispiel Jürgen Fuchs und der Fall der Mauer“. Zu Wort kommen der einstige Prorektor der Universität Jena, Prof. Dr. Gottfried Meinhold, der Jürgen-Fuchs-Spezialist Dr. Ernest Kuczynski (Universität Lodz) und der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter. Die Leitung des Panels obliegt dem Jürgen-Fuchs Biographen Udo Scheer, der sich in seinem Buch intensiv mit dem Leben und Wirken von Jürgen Fuchs (1950-1999) beschäftigt hat. Der regimekritische Student Fuchs wurde von der Universität Jena zwangsexmatrikuliert und 1977 zur Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gezwungen. Nach der Friedlichen Revolution, im Jahre 1992, rehabilitierte die Universität Jena Jürgen Fuchs und weitere einstige Dissidenten. Das CEJ hat sich in den zurückliegenden Jahren mit unterschiedlichen Veranstaltungskonzepten dem Gedenken an Jürgen Fuchs angenommen. Die Situation osteuropäischer Künstler und Wissenschaftler vor und nach dem Mauerfall Ab 11 Uhr leitet der Kurator des CEJ und Vorsitzende des Fördervereins Prof. Dr. Martin Hermann das Panel 2: „Die Situation osteuropäischer Künstler und Wissenschaftler vor und nach dem Mauerfall“. Als Vortragende konnten die freie Journalistin Doris Liebermann aus Berlin, der Georgier Zaal Andronikashvili vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin sowie der tschechische Publizist und Übersetzer Josef Rauvolf gewonnen werden. Film „Gesichter der Friedlichen Revolution, Jena 1989-2009“ Im Anschluss an die Mittagspause wird ab 15 Uhr der Film „Gesichter der Friedlichen Revolution, Jena 1989-2009“ (Regie: Andreas Kuno Richter und Torsten Eckold) gezeigt. Ab 16 Uhr sind dann Dr. Ulrike Bestgen, die Direktorin des Neuen Museums Weimar, und Gabriele Stötzer, Künstlerin aus Erfurt, in einem Werksgespräch zu erleben, das sich mit der Kunst und den Künstlern in der ehemaligen DDR beschäftigen wird. Podiumsdiskussion, Fotoausstellung und Konzert Den Abschluss und Höhepunkt des Kolloquiums bildet ab 18 Uhr eine Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Welche Lehren wurden gezogen?“. Es diskutieren Felix Grigat (Deutscher Hochschulverband), Dr. Erhart Neubert (Publizist und Theologe), Prof. Dr. Tilman Reitz (FSU Jena, Wissenssoziologie), Dr. Jochen Staadt (Freie Universität Berlin, Forschungsverbund SED-Staat), Gabriele Stötzer (Künstlerin) sowie Dr. Stefan Wolle (Direktor des DDR-Museums Berlin). Moderiert wird die Diskussion von Johann Michael Möller, dem Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks. Zum Rahmenprogramm des Kolloquiums – das als zentrale Gedenkveranstaltung des Freistaates Thüringen geplant ist – gehört die Fotoausstellung „Gesichter der Revolution“, die im Foyer vor der Aula zu sehen sein wird. Die Schirmherrin der Veranstaltung ist die Staatssekretärin in der Thüringer Staatskanzlei und ehemalige Beauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes des Landes Thüringen, Hildigund Neubert. Sie lädt im Anschluss an die Podiumsdiskussion alle Teilnehmer zu einem Empfang der Landesregierung ein. Das CEJ wird bei diesem Jürgen-Fuchs-Kolloquium finanziell unterstützt von dem Thüringer Kultusministerium, der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen sowie der Stadt Jena. Kooperationspartner ist die Geschichtswerkstatt Jena e.V. Weitere Unterstützung erhält das CEJ von Dr. Dieter-L. Koch (MdEP). Es soll abschließend noch darauf hingewiesen werden, dass am Vorabend des Kolloquiums, am Mittwoch, 15. Oktober, 19.30 Uhr in der Aula der FSU Jena, das Konzert Jürgen-Fuchs-Zyklus „Ich schweige nicht“ von und mit dem Komponisten H. Johannes Wallmann stattfindet.

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