Geschichte der Kunstsammlung

Ferdinand Hodler, Der Schwur, 1913. Kunstsammlung Jena Ferdinand Hodler, Der Schwur, 1913. Kunstsammlung Jena (Bild: Kunstsammlung Jena)

Die Kunstsammlung der Stadt Jena

ist eine verhältnismäßig junge Sammlung und vereint Werke verschiedener Richtungen und Epochen. Das Profil der Städtischen Kunstsammlung wurde in den 1930er Jahren wesentlich durch die vom Kunstverein Jena (1903-1949) übernommene Sammlung geformt und bestimmt. Diese Sammlung war vom avantgardistischen Konzept der Ausstellungen des Vereins geprägt und basierte auf einer von Botho Graef geäußerten Idee zur Gründung einer „Sammlung moderner Kunst”. Kurz nach Übernahme seines Amtes als Geschäftsführer des Kunstvereins griff der Philosoph Eberhard Grisebach im Jahre 1912 diese Idee auf und verwirklichte sie mit großem Engagement und Dank seiner zahlreichen Beziehungen zu wichtigen Künstlern seiner Zeit. Nachdem der Sammler Albert Kollmann dem Verein noch im gleichen Jahr eine Porträt-Radierung von Edvard Munch schenkte, wurde 1913 – das Geschäftsergebnis des Kunstvereins machte es möglich – das Gemälde Mädchen mit Blume von Cuno Amiet als erstes Werk angekauft. Die Hoffnungen auf Unterstützung durch Künstler und Sammler wurden nicht enttäuscht und neben einigen wichtigen Ankäufen kam es vor allem anlässlich der Eröffnung der Sammlung im Sommer 1914 zu zahlreichen Schenkungen aus dem Kreis jener Künstler, deren Werke in Jena ausgestellt wurden. So schenkte ein Sammler aus der Schweiz ein Gemälde des Genfer Malers René Auberjonois, Ferdinand Hodler sandte eine Ölstudie; Amiet, Erbslöh, Heckel, Macke und Kirchner folgten mit je einem Gemälde, andere, wie Christian Rohlfs, schenkten grafische Arbeiten. So entstand in nur wenigen Jahren eine beachtliche Sammlung, die nicht nur bei Künstlern und Publikum beliebt war, sondern auch in der überregionalen Presse besprochen wurde.

Ernst Ludwig Kirchner, Botho Graef, 1915. Kunstsammlung Jena Ernst Ludwig Kirchner, Botho Graef, 1915. Kunstsammlung Jena (Bild: Kunstsammlung Jena)

Am 12. Juli 1914,

kurz vor Ausbruch des Weltkrieges, konnte auf einer angemieteten Etage des Wohnhauses Kaiser-Wilhelm-Straße 13 die Sammlung des Kunstvereins eröffnet werden. In dem den Expressionisten vorbehaltenen Raum wurden beispielsweise Arbeiten von Adolf Erbslöh, Erich Heckel, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Franz Marc und Emil Nolde gezeigt. „Die Kunstwerke zeigen, daß mit Entschlossenheit die lebende Kunst gesammelt wird. [...] Wie sehr dieses Programm den Beifall der Künstler hat, zeigt am besten der Umstand, daß bedeutende Künstler, vor allem Hodler, dem Vereine für diese Gelegenheit Werke ihrer Hand zum Geschenk gemacht haben.“ war damals in der lokalen Presse zu lesen. Die umfangreichste Schenkung erhielt die Sammlung 1918 von Ernst Ludwig Kirchner, der sein gesamtes druckgrafisches Frühwerk als Botho-Graef-Stiftung dem Kunstverein übergab. Während der Aktion „Entartete Kunst” wurde die Sammlung des früheren Jenaer Kunstvereins 1937 von den Nationalsozialisten ihrer bedeutendsten Werke beraubt. Der Jenaer Kunstverein wurde 1949 aus dem Vereinsregister gelöscht. Später, zu Beginn der 1990er Jahre, konnten einige Werke aus dem ehemaligen Bestand wieder zurück gewonnen werden.
Strawalde, Ostern, 1999. Kunstsammlung Jena Strawalde, Ostern, 1999. Kunstsammlung Jena (Bild: Kunstsammlung Jena)

Neben einigen bedeutenden Werken

der Klassischen Moderne bildet die Kunst der DDR einen Schwerpunkt in der heute etwa 5000 Werke zählenden Städtischen Sammlung. Nach den zahlreichen Erwerbungen der letzten Jahre stellt nunmehr auch die aktuelle Kunst einen wahrnehmbaren Bereich innerhalb der Sammlung dar.

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Emil Nolde, Kuhmelken, 1909. Kunstsammlung Jena
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