Winterliches Jena mit Saale. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 10.07.2009

Kerzen, Brot und Rosen

Oberbürgermeister war zur Friedenswoche in Beit Jala

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„Die Menschen hier wollen Frieden. Aber es kann keinen Frieden ohne Gerechtigkeit geben. Das Land darf nicht weiter mit Mauern und Zäunen durchschnitten werden“, das sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, Teilnehmer der Friedenswoche im palästinensischen Beit Jala, die gestern (10. Juli) zu Ende gegangen ist. Es war die erste Woche dieser Art, die Idee dafür kam im vergangenen Oktober bei einem Friedensmarsch auf.
An den verschiedenen Veranstaltungen haben etwa 5000 Menschen teilgenommen, darunter mehr als 50 Gäste aus dem Ausland. „Es gab auch sehr prominente Teilnehmer wie etwa den Großmufti von Palästina, das religiöse Oberhaupt der Muslime“, sagte Albrecht Schröter am Telefon. Gerade dieser habe in einer Ansprache ein Zeichen gesetzt für die Gemeinschaft von Christen und Muslimen.

Die Friedenswoche in Beit Jala, mit dieser Stadt ist Jena über einen Kooperationsvertrag verbunden, stand unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“. „Das ist ein Wort aus dem AltenTestament, das Christen und Juden zusammenbringt und das auch die Muslime kennen“, sagte der OB Das Motto habe ihn natürlich auch ein wenig an die friedliche Revolution vor 20 Jahren erinnert. Aber dort in Beit Jala habe das Motto aktuell eine noch größere Bedeutung. „Man möchte mit diesem Zeichen sagen, dass Polizei und Militär endlich aufhören sollen, mit Waffengewalt zu agieren, dass das Land endlich friedlich bestellt wird.“

Als ganz besonders bewegend bezeichnete der OB das Treffen mit Israelis an der Mauer in Beit Jala. „Wir waren an einem Abschnitt, wo die Mauer ein massiver Metallzaun ist, man also mit den Händen durchreichen konnte. Die Christen haben jeder drei Kerzen mitgebracht, die Muslime je drei Brote und die Juden je drei Rosen“, erzählte der OB. Dann sei durch den Zaun hindurch getauscht worden, so dass jeder Teilnehmer schlussendlich eine Kerze, ein Brot und eine Rose in den Händen gehalten habe. Die israelischen Soldaten hätten das Treffen zugelassen, das von vielen Fernsehsendern aufgenommen worden sei. Umso befremdlicher sei es gewesen, dass es den ausländischen Gästen in Beit Jala vom israelischen Militär verwehrt worden sei, Bäume in einem Gebiet zu pflanzen, das Israel den Palästinensern bereits zurückgegeben habe.

Auch kommunalpolitisch wurde etwas auf den Weg gebracht. Im Bürgermeisteramt von Beit Jala unterschrieben der Bürgermeister von Beit Jala und die Oberbürgermeister von Aubervilliers und Jena die Kooperationsvereinbarung, die im Dezember in Jena unterzeichnet worden war, nun auch in arabischer Sprache.
Mit dem OB in Beit Jala war auch eine Vertreterin des Jenaer Eine-Welt-Haus-Vereins. „Wir wollen gemeinsam schauen, ob der Verein auch Projekte in Beit Jala übernehmen kann“, sagte der Oberbürgermeister. Zudem wolle er über den Städtetag anregen, dass sich noch mehr deutsche Städte finden, die Kontakte zu palästinensischen Kommunen aufnehmen, um dort Hilfe zu leisten.
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