Blick auf den Holzmarkt, Löbdergraben. Quelle: Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 28.10.2009

Nachdenken über das Schicksal jüdischer Häftlinge

Ein besonderer Abend in der Rosenthal-Villa

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„Ich habe jeden Kopf gestreichelt, denn ich habe die Köpfe der Häftlinge nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit dem Zeigefinger gemalt“, sagt Tamara Hasselblatt. Die 50-jährige Malerin aus der Gegend um Frankfurt am Main gestaltet die erste Ausstellung in der sanierten Rosenthal-Villa. Und sie lädt für Montag, 9. November, 19 Uhr zu einer öffentlichen Veranstaltung in die Rosenthal-Villa ein, um aus Anlass des Jahrestages der so genannten Reichskristallnacht sich gemeinsam mit der Historikerin Sabine Stein dem Schicksal von jüdischen Häftlingen in Buchenwald zu nähern.
Im Mittelpunkt des besonderen Abends steht das Bild „Dunkelheit und Ewigkeit“, das Tamara Hasselblatt dem Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel gewidmet hat. „Es hat mich zutiefst berührt, als Elie Wiesel gemeinsam mit Barack Obama in Buchenwald war. Ich habe es im Fernsehen angeschaut: Er hat dort gesagt, er sei am Grab seines Vaters, aber sein Vater habe kein Grab“, erzählt die Künstlerin. Das habe sie bewogen, in einem Bild der Familie Elie Wiesels zumindest ein künstlerisches Grab zu schaffen.
Das Bild ist 1,10 mal 1,90 Meter groß, zeigt vornehmlich einen strahlend blauen Himmel. Erst beim genauen Hinschauen werden die Grabsteine im Himmel sichtbar. Und erst dann erblickt man auch die Reihen der Häftlinge in den Pritschenreihen des Konzentrationslagers, ganz unten im Bild. Die Dominanz des Himmels erklärt Tamara Hasselblatt so: „Damals wie heute war ein Großteil der Menschen blind für das Grauen in den Konzentrationslagern.“
Neben etwa 20 großformatigen Bildern zeigt Tamara Hasselblatt auch von ihr gestaltete Porträts von Eduard und Clara Rosenthal.
Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter wird den Abend am 9. November, 19 Uhr eröffnen.
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