Winterliches Jena mit Saale. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 09.11.2010

Stadt Jena will Anteile an ihren Stadtwerken Energie zurückkaufen

Anteile soll neuer strategischer Investor übernehmen

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Die Stadt Jena und die Stadtwerke Jena wollen noch in diesem Jahr den Kauf von 10 Prozent der Anteile an der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH von der E.ON Thüringer Energie AG (E.ON) beschließen. Mit dem Kauf der E.ON-Anteile - die 10 Prozent haben einen Wert von 42,8 Millionen Euro - steigt der indirekt gehaltene Anteil der Stadt Jena an den Stadtwerken Energie von 64,1 Prozent auf 74,1 Prozent. Dies führt zu einer teilweisen Rekommunalisierung des Jenaer Energieversorgers, die jedoch nach breitem politischen Konsens nicht von Dauer sein soll. Die bisherige Gesellschafterstruktur mit einem starken Hauptgesellschafter Stadt Jena und mehreren privaten Minderheitsgesellschaftern hat in der Vergangenheit wesentlich zum Erfolg der Stadtwerke Energie beigetragen und soll dies auch in Zukunft tun.

Deshalb soll der Weiterverkauf der Anteile an einen neuen am Markt etablierten und wirtschaftlich erfolgreich tätigen Partner mit strategischem Interesse und Potenzial vorbereitet werden. Investoren, die Interessen als Energielieferanten haben und Wettbewerber im regionalen Energiemarkt sind, sollen dabei nicht berücksichtigt werden.

Die Rückkaufmöglichkeit von Stadtwerke-Anteilen basiert auf einem 1992 abgeschlossenen Konsortialvertrag, der der Stadt und den Stadtwerken Jena per 1. Januar 2012 den Erwerb von Anteilen der privaten Mitgesellschafter ermöglicht. Diese sogenannte Call Option muss bis zum 31. Dezember 2010 ausgeübt werden. Stadt und Stadtwerke Jena haben deshalb seit einem Jahr an diesem gemeinsamen Projekt gearbeitet, um dem Jenaer Stadtrat eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern.

„Ziel des Projektes ist es“, so Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, „für unsere Stadtwerke Energie die geeigneten strategischen Partner für die Wettbewerbsherausforderungen der nächsten Jahrzehnte auf dem Energiemarkt zu finden.“ Die alten oder neuen Gesellschafter sollen über fundierte Erfahrungen im Energie-Geschäft verfügen und dazu beitragen, die Ertragskraft und Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Energie zu stärken. Dabei geht es insbesondere um das Wachstum der Stadtwerke Energie in der Region, um die Sicherung der Fernwärmeversorgung für die Stadt Jena und den Ausbau effizienter und vor allem regenerativer Energie-Erzeugungskapazitäten.

Bereits im Frühjahr hatte es Gespräche mit den drei bisherigen privaten Gesellschaftern der Stadtwerke Energie gegeben. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die beiden Gesellschafter Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen mbH (EVG) sowie Evonik New Energies (EVONIK) bereit und in der Lage sind, die Wachstumsstrategie der Jenaer Stadtwerke Energie zu befördern. Insbesondere kann und will EVONIK, die vor fast 20 Jahren gemeinsam mit der Stadt Jena die Stadtwerke mit gegründet hat, zur Sicherung der Fernwärmeversorgung in Jena einen wichtigen Know-how-Transfer leisten.

Mit dem bisherigen Gesellschafter E.ON haben die Gespräche zur Zukunftssicherung der Stadtwerke Energie nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht. Mit der wettbewerblichen Öffnung der Energiemärkte stehen die Stadtwerke Energie im Wettbewerb zu E.ON. Dies führt zu Interessenkonflikten, weil beide Unternehmen in der gleichen Region um die gleichen Kunden werben. Die Stadt Jena erwartet von ihren privaten Gesellschaftern, dass sie uneingeschränkt den Erfolg der Stadtwerke fördern. In der jüngeren Vergangenheit hat insbesondere der Wettbewerb um neue Stromkonzessionen für die Stadtwerke zu Konfliktpotenzialen mit E.ON geführt.

Im Laufe des Novembers beraten die Gremien der Stadt Jena und der Stadtwerke Jena die entsprechenden Beschlüsse zum Erwerb der E.ON-Anteile und ihren Weiterverkauf an einen strategischen Investor. In seiner Dezember-Sitzung soll der Jenaer Stadtrat dann endgültig entscheiden.
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