28.01.2011 - 31.12.2013

Goldschätze | Das Herzogtum Sachsen-Jena

Drei kostbare Leihgaben der Evangelischen Kirchengemeinden Dornburg und Frauenprießnitz sind in der Bohlenstube des Stadtmuseums Jena zu sehen.

(Bild: Stadtmuseum Jena)

 

Ein prächtiger Abendmahlskelch der Kirchgemeinde Dornburg ist das Prunkstück der Ausstellung. Er wurde von dem Goldschmied Elias Lencker in den Jahren 1562-1570 in Nürnberg aus feuervergoldetem Silber gearbeitet. Üppige Tiefschnittemails von Paradiesvögeln und Schmetterlingen, sowie feine Reliefs verzieren den Kelch. Weitere sakrale Ausstattungen dieser Zeit von der herausragenden Qualität des Kelches sind in Thüringen nicht bekannt.
Gesellschaftskette von Kurfürst Christian II. aus dem Sarg des Burkhard Schenk von Tautenburg Goldschmiedearbeit von Hans Dürr dem Jüngeren,1602 Gesellschaftskette von Kurfürst Christian II. aus dem Sarg des Burkhard Schenk von Tautenburg Goldschmiedearbeit von Hans Dürr dem Jüngeren,1602 (Bild: Städtische Museen Jena)

 

Aus den Särgen der Gruft der Kirche St. Mauritius in Frauenprießnitz wurden 1819 durch Großherzog Carl August und seinen Oberbaudirektor Ketten und andere kostbare Grabbeigaben geborgen, gesäubert und der Kirche zur sicheren Verwahrung übergeben. Zwei dieser außergewöhnlichen, mit aufwändiger Emailtechnik verzierten goldenen Ketten entstammen der Grablege Burkhard Schenks zu Tautenburg und seiner Tochter Anna Magdalena und sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung.
Damenhalskette aus dem Sarg der Anna Magdalena von Tautenburg Golddrahtarbeit, vor 1620 Damenhalskette aus dem Sarg der Anna Magdalena von Tautenburg Golddrahtarbeit, vor 1620 (Bild: Städtische Museen Jena)

 

Mit der spannenden Geschichte des Herzogtums Sachsen-Jena, das im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts für nur kurze Zeit von der ernestinischen Linie der Wettiner regiert wurde, befasst sich der zweite Teil der Ausstellung. Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar bestimmte 1662 in seinem letzten Testament, dass das thüringische Gebiet gerecht unter seinen vier Söhnen aufgeteilt werden sollte. Für Herzog Bernhard war die Residenz Jena vorgesehen, die er am 8. Dezember 1662 mit seiner Gemahlin Marie Charlotte de la Trémouille feierlich bezog. Aufgrund der geringen Größe des Herzogtums Sachsen-Weimar war eine Vierteilung praktisch aber zunächst nicht möglich. Erst einem Zufall war es zu verdanken, dass 1672 der nur 15 Jahre alte Herzog Friedrich Wilhelm III. von Sachsen-Altenburg kinderlos verstarb, mit ihm die ältere Linie der Herzöge von Sachsen-Altenburg erlosch, einige Gebiete an die Weimarer Linie abgetreten wurden und durch den Länderzuwachs eine Erbteilung ermöglicht wurde. Durch diesen zweiten Teilungsvertrag von 1672 wurde Sachsen-Jena nun endgültig ein 515 km² kleiner souveräner Staat, den Herzog Bernhard bis zu seinem Tod 1678 nach französischen Vorbild regierte, indem er eine eigene Hofhaltung und ein eigenes Heer unterhielt, umfangreiche Bautätigkeiten in Auftrag gab und Münzen prägen ließ. Bei seinem Tode war sein einziger Sohn und Erbe Johann Wilhelm erst drei Jahre alt. Durch dessen frühzeitigen Tod noch vor seiner Volljährigkeit erlosch die Linie der Herzöge bereits 1690 wieder und läutete somit das Ende des kurzlebigen Herzogtums ein. Die Ausstellung gibt Auskunft über Entstehung und Geschichte des Herzogtums, die umfangreiche Bautätigkeit und Hofhaltung von Herzog Bernhard.

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