Winterliches Jena mit Saale. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 15.04.2011

Der Deutsche Wetterdienst erarbeitet eine Expertise für Jena

Stadtklimatologische Untersuchungen in der Stadt

Kontakt

Pressesprecherin
Barbara  Glasser
PF 100 338, 07703 Jena
Am Anger 15
07743 Jena

Tel. 03641 49-2004
Mobil 0162 2663015
Fax 03641 49-2020
presse@jena.de
weitere Kontaktdetails plusweniger Kontaktdetails minus


Besucher der Sportanlagen in der Oberaue werden in diesem Sommer einen ungewöhnlichen Aufbau entdecken können: Einen rechteckigen Lastenanhänger, von dem in regelmäßigen Zeitabständen Schallimpulse in den Himmel abgestrahlt werden. Hinter diesem Aufbau verbirgt sich nichts Geheimnisvolles: Mit diesem Gerät – genannt SODAR – lassen sich aus der gemessenen Laufzeit des Echos, sowie der empfangenen Intensität und der Frequenzverschiebung des rückgestrahlten Signals Windrichtung und Windgeschwindigkeiten in Höhen bis zu 400 Meter errechnen. Die Messungen sind Teil eines umfangreichen Programmes, das der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Stadt leistet.

Im Rahmen der Beteiligung der Stadt Jena an dem Modellprojekt des Bundesbauministeriums „Urbane Strategien zum Klimawandel“ untersucht der DWD u. a. Auswirkungen realer Bebauungsstrukturen und geplanter städtebaulicher Vorhaben auf das städtische Klima.
Für die Berechnungen werden die langjährigen meteorologischen Messungen der Jenaer Wetterstationen ergänzt durch weitere drei temporäre Messstationen. Zusätzlich erfolgen im Frühsommer an zwei Tagen Profilmessfahrten durch das gesamte Stadtgebiet, bei denen Parameter verschiedener Klimaelemente wie Lufttemperatur und relative Feuchte ermittelt werden.

Sehr wichtig für das Stadtklima sind die nächtlichen Kaltluftströme, die nach der täglichen urbanen Erwärmung Abkühlung in die Stadtgebiete bringen. Schon lange bekannt sind diese Luftströmungen aus den Jenaer Seitentälern. Neben deren exakter Vermessung soll nun mit dem beschriebenen Fernmesssystem in der Oberaue der vermutete, talabwärts gerichtete Saalewind untersucht werden.

Ende des Jahres wird die Expertise vorliegen. Darauf aufbauend wird die Stadtverwaltung gemeinsam mit der lokalen Forschungsassistenz, dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, ein lokales „Handbuch einer klimagerechten Stadtentwicklung“ erarbeiten, das Empfehlungen für die verschiedenen kommunalen Handlungsfelder zum Umgang mit dem zu erwartenden Klimawandel geben wird.
Ergebnisse: 0
Meinten Sie: