Blick auf den Holzmarkt, Löbdergraben. Quelle: Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 15.06.2011

Lichtenhainer Brücke ist das nächste Ziel

Bilanz nach drei Jahren „Charta von Camburg“ - ein Gespräch mit dem Stadtarchitekten Dr. Matthias Lerm

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Vor drei Jahren, am 21. Juni, 2008, wurde die Charta von Camburg unterzeichnet. Die Stadt Jena, der Landkreis und elf Gemeinden stellten sich damit zum Ziel, die Kulturlandschaft des mittleren Saaletals als unverwechselbaren Lebensraum zu erhalten und sorgsam weiterzuentwickeln. Wir fragten nach beim Jenaer Stadtarchitekten Dr. Matthias Lerm. Welche sichtbaren Ergebnisse liegen inzwischen in Jena vor?

Bei der Charta ging es um gemeinsame Vorhaben zur nachhaltigen Entwicklung der Region. Wir haben in Jena inzwischen einige Planungsvorhaben abgeschlossen, den Rahmenplan Saale, den für Sport und Freizeit in der Oberaue und den für die Entwicklung des Areals um den Gries. Umgesetzt wurde inzwischen die Gestaltung des Felsbachareals in Burgau. Dort wurde aus einer geplanten Ausgelichsfläche ein Gemeinde- und festplatz mit Spielbereich. Die Ausgleichsbepflanzungen mit Bäumen und Sträuchern fanden am Rande Platz.
Zudem haben wir die Chance genutzt, mit Hilfe des Konjunkturprogramms die Lichtenhainer Brücke zu errichten. Diese Fußgänger- und Radfahrerbrücke wird im Herbst fertiggestellt sein. Und schließlich wurde der Bau der Kunitzer Hausbrücke forciert. Die Straßenbrücke ist in Arbeit, der Unterbau der derzeitigen Behelfsbrücke soll später die Hausbrücke tragen.


Welche Vorhaben stehen in den nächsten Jahren auf dem Programm?

Wir wollen die Saalewege weiter ausbauen und erweitern, ich nenne da insbesondere den Saalebogen in Göschwitz. Auch die Gestaltung des Sport- und Freizeitparks in der Oberaue im Bereich des Stadions steht auf der Agenda. Und das Umfeld des Ostbades soll umgestaltet werden. Damit bekommt das benachbarte Wohngebiet mit Schulen und Kindergärten mehr Grün und einen Erholungsbereich. Wir haben auch noch Ideen, den Fahrradwegering bis Kunitz zu komplettieren.


Die Charta von Camburg wurde ja auch von Kommunen aus dem Landkreis unterzeichnet. Welche Entwicklungen gab es im Saale-Holzland-Kreis?

Der Kreis hat sehr systematisch gearbeitet und von Süd nach Nord Anlagestellen für Wasserwanderer an der Saale ausgebaut. Der Ortsrand von Oelknitz wurde umgestaltet, der Sconto-Markt in Rothenstein begrünt. Der Thüringer Tourismusverband ist sehr aktiv, damit nicht nur Einzelvorhaben realisiert werden, sondern Gestaltungsansätze wie Perlen an einer Schnur durchgängig umgesetzt werden.
Es ist sehr erfreulich, dass auch außerhalb der Charta Gemeinden aktiv geworden sind. So hat etwa die Gemeinde Wichmar Arbeitseinsätze zur Pflege der Landschaft organisiert.
Wir arbeiten mit dem Kreis sehr eng zusammen, beispielsweise bei der Stärkung des Weinbaus in der Region. Neben den Initiativen an der Leuchtenburg gibt es inzwischen zwei Hektar in Kunitz, auf denen Wein angebaut wird.
Natürlich gibt es in Jena-Zwätzen schon Käuzchenberg. Aber wir haben bei der Erweiterung des Weinbaus gegenüber der Unbstrutregion bislang geschwächelt, obwohl wir die alte Weinbaustadt sind.
Die Charta war ein Auftakt innerhalb eines europäischen Projektes. Und ich denke, in etwa sieben Jahren werden wohl die meisten Vorhaben geschafft sein. Das Saaletal wird sichtbar und erlebbar schöner geworden sein.
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