Winterliches Jena mit Saale. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Pressemitteilung vom 12.03.2012

Kranzniederlegung am Montag, 19. März

Die Bombenangriffe auf die Stadt Jena und ein schwieriges Gedenken

Kontakt

Pressesprecherin
Barbara  Glasser
PF 100 338, 07703 Jena
Am Anger 15
07743 Jena

Tel. 03641 49-2004
Mobil 0162 2663015
Fax 03641 49-2020
presse@jena.de
weitere Kontaktdetails plusweniger Kontaktdetails minus


Anlässlich des Gedenkens an die Bombardierung der Stadt Jena im Zweiten Weltkrieg legt Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter am Montag, 19. März, 11.30 Uhr an der Gedenkstele in der Rathausgasse einen Kranz nieder. 11.45 Uhr beginnt eine Andacht am Brautportal vor der Stadtkirche. Anschließend laden der Arbeitskreis „Sprechende Vergangenheit“ im Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und die Stadt zum Mahngang „Täterspuren“ ein, der an drei Orte in der Innenstadt führen soll.
Stopp gemacht wird an der Zwätzengasse 12, dem früheren Kulmbacher Bierhaus, dem Gründungsort der Jenaer NSDAP-Gruppe, Am Anger 30, in der NS-Zeit die Dienststelle des Polizeidirektors von Jena, und am Haus Fürstengraben 6, wo der Naturheilkundler und Universitätsprofessor Emil Klein gewohnt und praktiziert hat. Im Jahr 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen und 1942 nach Theresienstadt deportiert. In der NS-Zeit waren in dem Gebäude der Sitz des Kreisleiters der NSDAP Jena-Stadtroda, die Geschäftsstelle der „Thüringer Gauzeitung“ und eine Formation der SS.
Am 19. März 1945 unternahmen die alliierten Luftstreitkräfte ihren schwersten Angriff auf Jena. Die Innenstadt stand in Flammen, 134 Menschen verloren ihr Leben. Sieben Wochen später war ganz Deutschland von den Truppen der Siegermächte befreit.
Seit Jahren gedenkt Jena der Ereignisse dieses Schreckenstages und der Toten des Krieges. Es ist ein schwieriges Gedenken. Denn der Zweite Weltkrieg war von deutschem Boden ausgegangen, bis er hierhin zurückkehrte. Auch in unserer Stadt wirkten Bürger, die in der NS-Zeit zu Tätern wurden. Sie waren schuldig geworden an der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung vieler Menschen.
Um diesem Zusammenhang Rechnung zu tragen, rufen der Oberbürgermeister und der Arbeitskreis „Sprechende Vergangenheit“ für den 19. März zum Gedenken auf.
Ergebnisse: 0
Meinten Sie: