Neue Musik im besten Sinne
Begeisterte Kritik zum Konzert von Jenaer Philharmonie und BlueBeans-BigBand der Musik und Kunstschule
aus der TLZ vom 09.05.2007
von Hans Lehmann
Jena/Weimar. (tlz) Vor zwei Jahren hieß es schon einmal Big Band trifft Jenaer Philharmonie, dass es hier allerdings Steigerungsmöglichkeiten gibt, wer hätte das gedacht! Die Big Band der Musik- und Kunstschule" unter Klaus Wegener hat ohnehin einen festen Platz in ihrem Genre, doch was im Philharmonischen Orchester an Jazzigem verborgen ist, das ließ staunen. Zunächst begann es unter bewährter Leitung von Martin Lentz, wo die 18-jährige Sängerin Johanna Spantzel bei Big Spender von Coleman in vertrauten Sound eintauchte. Erstes Aufhorchen. Doch dann entpuppte sich Soloklarinettist Christof Reiff als echter Jazzer von Format im Concerto for Clarinet von Artie Shaw; da war alles drin von Drive bis ein wenig Bluestonlichkeit. Hier bereits geriet das Publikum aus dem Häuschen vor Begeisterung.
Samuel Barbers Adagio für Streicher, ohnehin ein Kultstück, bildete den akustischen Puffer zur Uraufführung der besonderen Art für Band und Sinfonieorchester mit dem Titel intention please. Was hier der 29jährige Weimarer Clemens Rynkowski anbietet, ist wirklich musikalisches Neuland, weil originell abseits ausgetretener Pfade solcher Orchesterkombinationen. Quasi aus dem Nichts naturhafter Geräusche (Wind ?) im vierfachen Pianissimo entwickelt er Motivisches für Konzertposaune und Jazzposaune mit Soloposaunist Martin Zuckschwerdt und Jakob Käpplinger: ersterer mit aufblühender romantisch angejazzter Tongebung und der Abiturient erstaunlich selbstverständlich wie ein Altgedienter in diesem Genre. Was Rynkowski mittels Crescendi und individueller Kombination bei der Darstellung beider Klangkörper herüberzubringen vermag, ist Neue Musik im besten Sinne des Wortes. Bravo!
von Hans Lehmann
Jena/Weimar. (tlz) Vor zwei Jahren hieß es schon einmal Big Band trifft Jenaer Philharmonie, dass es hier allerdings Steigerungsmöglichkeiten gibt, wer hätte das gedacht! Die Big Band der Musik- und Kunstschule" unter Klaus Wegener hat ohnehin einen festen Platz in ihrem Genre, doch was im Philharmonischen Orchester an Jazzigem verborgen ist, das ließ staunen. Zunächst begann es unter bewährter Leitung von Martin Lentz, wo die 18-jährige Sängerin Johanna Spantzel bei Big Spender von Coleman in vertrauten Sound eintauchte. Erstes Aufhorchen. Doch dann entpuppte sich Soloklarinettist Christof Reiff als echter Jazzer von Format im Concerto for Clarinet von Artie Shaw; da war alles drin von Drive bis ein wenig Bluestonlichkeit. Hier bereits geriet das Publikum aus dem Häuschen vor Begeisterung.
Samuel Barbers Adagio für Streicher, ohnehin ein Kultstück, bildete den akustischen Puffer zur Uraufführung der besonderen Art für Band und Sinfonieorchester mit dem Titel intention please. Was hier der 29jährige Weimarer Clemens Rynkowski anbietet, ist wirklich musikalisches Neuland, weil originell abseits ausgetretener Pfade solcher Orchesterkombinationen. Quasi aus dem Nichts naturhafter Geräusche (Wind ?) im vierfachen Pianissimo entwickelt er Motivisches für Konzertposaune und Jazzposaune mit Soloposaunist Martin Zuckschwerdt und Jakob Käpplinger: ersterer mit aufblühender romantisch angejazzter Tongebung und der Abiturient erstaunlich selbstverständlich wie ein Altgedienter in diesem Genre. Was Rynkowski mittels Crescendi und individueller Kombination bei der Darstellung beider Klangkörper herüberzubringen vermag, ist Neue Musik im besten Sinne des Wortes. Bravo!