Abspannen im Paradiespark. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

W. Scheler 17.6.1953

Walter Scheler wurde 1923 in Sonneberg/Thüringen geboren. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und wurde 1940 als Marinesoldat eingezogen. Nach seiner Kriegsgefangenschaft trat er 1946 der SPD bei und wurde Volkspolizist, verließ aber 1949 die zwangsvereinigte SED und trat auch aus dem Polizeidienst aus.

Nach Einrichtung des Grenzregimes im Mai 1952 musste er mit Frau und Kind von Sonneberg nach Jena zie­hen. Wie andere, die als politisch unzuverlässig galten, hatte er in der als "Aktion Ungeziefer" bezeichneten Zwangsumsiedlung seine im Grenzgebiet liegende Heimat zu verlassen.

Kontakt

Stadthistoriker
Dr.  Rüdiger  Stutz
PF 100 338, 07703 Jena
Am Anger 26
07743 Jena

Tel. 03641 49-2262
Mobil 0162-2663232
Fax 03641 49-5035
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Denkmalinschrift Walter Scheler
Denkmalinschrift Walter Scheler
© Stadt Jena

Der Volksaufstand

Als Angestellter der deutschen Handelszentrale wurde er am 17. Juni 1953 von seinen Arbeitskollegen zum Sprecher gewählt, der ihre Forderungen in der SED-Kreisleitung auf dem Holzmarkt vortragen soll. Mit dabei waren auch Alfred Diener und Herbert Bähnisch, die wie er kurz danach verhaftet und von einem sowjeti­schen Gericht verurteilt wurden.

Während Diener die Todesstrafe erhielt und unmittelbar danach hingerich­tet wurde, erhielten Scheler und Bähnisch 25 Jahre Zwangsarbeit, wovon Alfred Scheler siebeneinhalb Jahre im Bautzener Zuchthaus verbringen musste. Seine Schweigeverpflichtung, die er bei der Haftentlassung un­terschreiben musste, hat er nicht immer, aber "viel zu oft", wie er selbst sagte, eingehalten.

Rehabilitation und Engagement nach der Wiedervereinigung

Nach 1990 setz­te er sich für die Erinnerung an den 17. Juni 1953 und die Opfer der SED-Diktatur ein. Am 15. November 1993 wurde er durch die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabili­tiert. 2002 wurde er mit der Eintragung in das Goldene Buch geehrt und 2003 erfolgte seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Jena.

Walter Scheler verstarb 2008. Seitdem lobt die Geschichtswerkstatt Jena alljährlich im Rahmen eines Schü­lerwettbewerbs einen Walter-Scheler-Preis im Gedenken an Widerstand, politische Verfolgung und die To­ten der kommunistischen Diktatur in SBZ und DDR 1945 bis 1989 aus.



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