Abspannen im Paradiespark. © Stadt Jena, Foto: Jens Hauspurg

Eisenberger Kreis 1954-58

Der Eisenberger Kreis war ein Bündnis von ca. 30 befreundeten Schülern, Lehrlingen und Studenten, das 1954 von Thomas Ammer, Joachim Marckstadt, Reinhard Spalke, Günter Schwarz, Ludwig und Wilhelm Ziehr sowie Johann Frömel bewusst als politisch arbeitende Gruppe gegründet wurde.

Vorausgegangen war 1953 das erfolglose Bemühen des damaligen FDJ-Sekretärs Thomas Ammer, sich für Schüler einzusetzen, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft zur Jungen Gemeinde von der Oberschule relegiert worden waren.

Kontakt

Stadthistoriker
Dr.  Rüdiger  Stutz
PF 100 338, 07703 Jena
Am Anger 26
07743 Jena

Tel. 03641 49-2262
Mobil 0162-2663232
Fax 03641 49-5035
ruediger.stutz@jena.de
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Denkmalinschrift Eisenberger Kreis
Denkmalinschrift Eisenberger Kreis
© Stadt Jena

Aktionen und Auflösung durch das MfS

Die Gruppe hatte keine Führungsebene und keine klar definierten Mitgliedschaften, sondern bestand aus Mitstreitern, die durch Freundschaften miteinander verbunden waren. Nicht alle kannten sich untereinan­der.

Mit einem Plakat und mit Flugblättern protestierte die Gruppe gegen die gefälschten Volkskammerwahlen im Oktober 1954. Es folgten weitere Flugblattaktionen und das Anbringen von politischen Parolen in der Öf­fentlichkeit.

Im Januar 1956 setzten Mitglieder der Gruppe einen Schießstand der paramilitärischen Jugend­organisation Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Brand, um gegen die Wiederaufrüstung und die Mi­litarisierung der Gesellschaft zu protestieren. Anlässlich der Aufstände in Polen und Ungarn 1956 beschrie­ben sie Güterwaggons mit antikommunistischen Parolen.

Als sie Studenten wurden, weiteten sie ihr Netz­werk auf andere Städte aus und beschafften unter anderem aus Westberlin Literatur. Der Staatssicherheit gelang es 1957 konspirativ in die Gruppe einzudringen. Im Februar 1958 wurde Thomas Ammer festgenommen, weitere 24 Festnahmen folgten, fünf weitere Mitglieder kamen der drohenden Ver­haftung durch ihre Flucht nach Westberlin zuvor.

Insgesamt wurden 24 Urteile mit einem Strafmaß von ins­gesamt 114 Jahren Haft gefällt. Wegen Staatsverrat wurden Thomas Ammer zu 15 und Johann Frömel zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt.


  • Patrick von zur Mühlen: Der "Eisenberger Kreis". Jugendwiderstand und Verfolgung in der DDR, 1953-1958, Bonn 1995.
  • Thomas Ammer: Vor 50 Jahren: Verhaftungswelle in Jena und Eisenberg. Der Untergang des "Eisen­berger Kreises" und die Hauptpersonen des MfS, in: Gerbergasse 18, Nr. 48 (1/08).




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